Hallo Patrick,
An beiden Seiten, 3 Einstellmöglichkeiten mit jeweils 3 Einstellpositionen machen insgesamt 27^2=729 Variationen. Wow! Klingt kompliziert was? ist es aber nicht

Vor allem weil man auf beiden Seiten immer die gleiche Einstellung macht, bleiben 27 Kombinationen übrig
Es gibt 3 Einsteller:
A = Dämpfung der Druckstufe (erkläre ich gleich)
B = Federbasis
C = Dämpfung der Zugstufe
Fangen wir mit der einfachsten Einstellung an: Die Federbasis (B)
Mit der Federbasis wird das Verhältnis Positiver Ferderweg / Negativer Federweg eingestellt. Das ist so: Das Federbein hat einen maximal möglichen Federweg von sagen wir mal 100 mm. Das heisst, wenn das Ding auf dem Tisch liegt ist es vollständig ausgefedert. Jetzt kannst Du es insgesamt 100 mm zusammendrücken und nicht weiter (jedenfalls nicht ohne Anwendung einer 200 t Presse

). In diesem Zustand (ausgefedert, auf dem Tisch) hast Du also 100 mm [b:e2e74edc83]positiven Federweg[/b:e2e74edc83] und 0 mm [b:e2e74edc83]negativen Federweg[/b:e2e74edc83] weil das Ding ja schon komplett ausgefedert ist. Klaro
Jetzt baust Du das Federbein in Gedanken wieder in die VX ein und setzt Dich drauf. Das Federbein wird ein wenig eingedrückt und bleibt so. Der Weg, den das Federbein jetzt eingedrückt wird (sagen wir mal 40 mm) geht nun an positivem Federweg verloren. Von hier an kann das Federbein ja nur noch 60 mm weiter zusammengdrückt werden. Allerdings gewinnst Du jetzt negativen Federweg. Nämlich genau die 40 mm.
Zusammengefasst:
Positiven Federweg braucht man, wenn das Rad nach oben beschleunigt wird und negativer Federweg wird benötigt, wenn das Rad nach unten beschleunigt wird. Gerät das Federbein in einem der beiden Fälle an seinen Anschlag, muss man die Federbasis entsprechend verstellen.
Kommen wir zur der Dämpfungsverstellung:
Erst mal was ist die Dämpfung?
Das ist leicht zu erklären. Stell Dir vor, es gäbe keine Dämpfung im Federbein und Du versetzt die Feder in Schwingung.......Richtig: Die Feder schwingt (fast) endlos weiter. Lediglich die Reibungsenergie der Feder würde mit der Zeit die Feder zum Stillstand bringen. Das ist nix für ein Moped, also muss dafür gesorgt werden, dass sich das Ding schnell wieder beruhigt.
Die Dämpfung vernichtet die Energie, die in das Federbein bei der vertikalen Beschleunigung des Rades eingeleitet wird.
Wie viel Energie pro Zeit vernichtet wird, lässt sich bei Deinem Federbein je nach Bewegungsichtung getrennt einstellen. Der Einsteller A ist für die Druckstufe (Einfederungsvorgang) und C ist für die Zugstufe (Ausfederungsvorgang) zuständig.
Die Zusammenhänge im Fahrbetrieb kannst Du Dir am einfachten klarmachen, wenn Du Dir vorstellst, Du würdest über eine Buckelpiste fahren, bei der die Abstände der Buckel immer gleich sind. Du willst erreichen, dass das Hinterrad nie den Bodenkontakt verliert. Also muss die Druckstufe so eingestellt sein, dass das Hinterrad dem Anstieg folgen kann ohne aber an der Spitze des Buckels weiter einzufedern und dadurch den Bodenkontakt zu verlieren. Wenn es den Buckel wieder hinunter geht, dann ist die Zugstufe gefragt. Denn sie muss jetzt dafür sorgen, dass das Rad zwar schnell genug beim Ausfedern dem Abstieg folgen kann ohne jedoch bei Erreichen des Tals weiter auszufedern (was dann das Heck des Mopeds anheben würde).
So. Jetzt setzt Dich auf Dein Moped, fahre Deine Hausstrecke, schalte das Popometer ein, verstelle die Federbeine etwas und fahre anschließend mit aktiviertem Popometer nochmal. Dabei lernst Du am meisten. Glaub mir!
(Uff, war doch schwieriger zu erklären als ich dachte)
Schöne Grüße
Markus
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